Tarifvertrag elektrohandwerk sachsen allgemeinverbindlich

Zunächst ist anzumerken, dass die Zahl der tarifvertraglich gebundenen Unternehmen in den letzten Jahren zurückgegangen ist. Wie Ellguth und Kohaut mitteilten, waren 2007 rund 32 % aller Betriebe und rund 53 % der Beschäftigten durch einen Branchentarifvertrag abgedeckt. Es sei darauf hingewiesen, dass ein weiteres Viertel der anderen Betriebe (die weitere 20 % der Beschäftigten abdecken), obwohl technisch nicht an Branchentarifverträge gebunden, diese dennoch als Leitlinien verwendet hat (DE0811019I). Der ZDH hingegen fungiert als Dachverband für das vielfältige Handwerk. Das Handwerk ist nicht als ein einziger Sektor in Bezug auf die NACE-Klassifikation zu betrachten. Es umfasst eine Vielzahl von Unternehmen, die alle unter dem Dach des ZDH verbunden sind, z.B. bau- und innenbauliche Sorden, Elektro- und Metallhandwerk, Holzhandwerk, Textilhandwerk, Gesundheitswesen oder Grafikdesign. Besondere Aufmerksamkeit sollte der Weiterentwicklung des Handwerks gelten, der im Gegensatz zu anderen Industriezweigen durch das Handwerks- und Handelsgesetzbuch geregelt ist. Dieses Dokument erlaubt die Mitgliedschaft eines Arbeitgebers in einer Landesinnung ohne verbindliche Verpflichtung zu Tarifverträgen des Vereins nicht. Mitglieder dieser Zünfte sind daher unabhängig von der Gewerkschaftsebene in ihrer Belegschaft automatisch tariflich versichert.

Aufgrund rückläufiger Mitgliederzahlen entschieden sich die regionalen Innungen in der Kfz-Reparaturbranche, nach neuen Organisationsmustern zu suchen. In diesem Zusammenhang muss die Einführung des Mitgliedschaftsstatus ohne verbindliche Verpflichtung zu Tarifverträgen (der sogenannte OhneTarifstatus, OT-Status) als wichtige Entwicklung betrachtet werden. So hat Gesamtmetall am 31. Januar 2005 den OT-Status eingeführt und bietet damit nun zwei verschiedene Arten von Mitgliedschaften an: mit und ohne verbindliche Verpflichtung zu Tarifverträgen. Große Betriebe sind überwiegend durch Branchentarifverträge abgedeckt. Kleine Betriebe, die nicht unter Tarifverträge fallen, nutzen jedoch auch die bestehenden tariflichen Standards auf Branchenebene als Leitlinien für Lohnverhandlungen.

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